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Verdrillte Leitungen im Kabelbaum: warum und wann
Twisted Pair ist eines der einfachsten und wirksamsten Mittel gegen elektromagnetische Störungen. Wann Leitungen im Kabelbaum verdrillt werden sollten und wie das in der Fertigung passiert.

Das Prinzip
Werden Hin- und Rückleiter eines Signals miteinander verdrillt, liegen sie auf ganzer Länge eng beieinander und wechseln ständig ihre Lage. Ein äußeres Magnetfeld induziert dann in benachbarten Schlägen entgegengesetzte Spannungen, die sich weitgehend aufheben. Umgekehrt heben sich auch die Felder der beiden Leiter nach außen weitgehend auf, sodass die Leitung weniger abstrahlt.
Wann Leitungen verdrillt werden
- Differenzielle Datenbusse wie CAN
- Sensorleitungen mit kleinen Signalpegeln, zum Beispiel für Drehzahl- oder Positionssensoren
- Leitungspaare in der Nähe starker Störquellen wie Motoren oder Umrichter
- Hin- und Rückleiter von Verbrauchern, um Magnetfelder zu verringern
Mehr zu Datenbussen lesen Sie im Artikel CAN-Bus-Kabelsätze.
Schlaglänge und Verarbeitung
Wie wirksam die Verdrillung ist, hängt von der Schlaglänge ab, also der Länge, auf der sich die Leiter einmal umeinander drehen. Kürzere Schläge verbessern die Störfestigkeit, machen die Leitung aber steifer und verbrauchen mehr Leitungslänge. Vorgaben dazu stehen in Kundenspezifikationen oder Busstandards. Wichtig ist außerdem, dass die Verdrillung bis kurz vor den Steckverbinder erhalten bleibt und an Enden und Splices nicht aufgeht.
Verdrillen in der Fertigung
Von Hand verdrillte Leitungen sind ungleichmäßig. In der Serie werden Leitungen maschinell mit definierter Schlaglänge verdrillt und die Enden fixiert. Bei Powertune übernimmt das die Verdrillmaschine Komax BT 188 T.


