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Leiterklassen und Litzenaufbau: warum feindrähtig nicht gleich feindrähtig ist
Zwei Leitungen mit gleichem Querschnitt können sich völlig unterschiedlich verhalten. Entscheidend ist der Aufbau des Leiters. Er hat Folgen für Flexibilität, Crimp und Anschluss.

Die Leiterklassen
Die Norm für Leiter von Kabeln und isolierten Leitungen teilt Kupferleiter nach ihrem Aufbau in Klassen ein:
- Klasse 1 (eindrähtig): ein massiver Draht, starr, für feste Verlegung
- Klasse 2 (mehrdrähtig): wenige, dickere Drähte, noch weitgehend starr
- Klasse 5 (feindrähtig): viele dünne Drähte, flexibel
- Klasse 6 (feinstdrähtig): sehr viele, sehr dünne Drähte, hochflexibel
Maßgeblich für die Klasse sind unter anderem der maximale Durchmesser der Einzeldrähte und der Leiterwiderstand. Der Querschnitt allein sagt deshalb nichts über die Flexibilität aus.
Was der Aufbau in der Praxis bedeutet
- Flexibilität: Je feiner die Drähte, desto besser verträgt die Leitung Bewegung und enge Radien
- Crimp: Kontakte sind für bestimmte Leiteraufbauten freigegeben; ein anderer Aufbau kann die Crimpqualität verändern
- Klemmen: Feindrähtige Leiter brauchen in vielen Klemmen Aderendhülsen
- Abisolieren: Feine Drähte sind empfindlicher gegen Einschnitte
Den richtigen Aufbau wählen
Für fest verlegte Leitungen genügt oft ein einfacher Aufbau. Wo sich Leitungen bewegen, vibrieren oder eng verlegt werden, sind feindrähtige Leiter die bessere Wahl. Wichtig ist, dass Leitung, Kontakt und Werkzeug zusammenpassen. Das prüfen wir bei der Auslegung.
Beim Abisolieren feiner Litzen kommt es auf einen sauberen Schnitt an: Die Schleuniger B340 in unserer Fertigung arbeitet mit vier rotierenden Messern, die die Isolation konzentrisch einschneiden, ohne den Leiter zu verletzen.


