- Startseite
- Wissen
- Ultraschall-Splice
Ultraschall-Splice im Kabelbaum: Aufbau, Anwendungen und Qualität
Wo mehrere Leitungen elektrisch zusammenkommen, braucht der Kabelbaum einen Knoten. Das Ultraschallschweißen erzeugt ihn kompakt, ohne Lot und ohne Hülse.

So entsteht ein Ultraschall-Splice
Die abisolierten Litzen mehrerer Leitungen werden zwischen einer schwingenden Sonotrode und einem Amboss zusammengepresst. Hochfrequente mechanische Schwingungen reiben die Drähte gegeneinander, brechen Oxidschichten auf und verbinden die Metalle stoffschlüssig, ohne dass sie schmelzen. Es entsteht ein kompakter, massiver Knoten.
Wofür Splices im Kabelbaum eingesetzt werden
- Masseverteilungen, bei denen viele Leitungen an einem Punkt zusammenkommen
- Versorgungsverteilungen für mehrere Verbraucher
- Durchgangsknoten, bei denen eine Leitung weitergeführt und abgezweigt wird
- Endknoten, die mehrere Leitungen an einem Ende zusammenfassen
Vorteile gegenüber anderen Verbindungen
- Kompakt und leicht, ohne Zusatzwerkstoff wie Lot oder Hülse
- Geringer Übergangswiderstand durch stoffschlüssige Verbindung
- Keine starre, lotgetränkte Zone in der Litze
- Reproduzierbar durch parametrierten Prozess
Nach dem Schweißen wird der Knoten isoliert, meist mit Schrumpfschlauch, und in den Kabelbaum eingebunden.
Qualität sichern
Die Qualität hängt von den Parametern für die jeweilige Kombination aus Querschnitten ab. Energie, Druck und Amplitude werden dafür eingestellt und überwacht. Zur Freigabe neuer Kombinationen werden Splices typischerweise mechanisch geprüft, etwa durch Zug- oder Schälversuche. Im fertigen Kabelbaum weist die elektrische Prüfung nach, dass alle Leitungen des Knotens richtig verbunden sind.
Bei Powertune entstehen Ultraschall-Splices auf einer Schunk Minic III. Einen Überblick über alle Verbindungstechniken gibt der Artikel Crimpen, Löten oder Ultraschallschweißen?


