- Startseite
- Wissen
- Crimpen, Löten, Ultraschall
Crimpen, Löten oder Ultraschallschweißen? Verbindungstechniken im Vergleich
Wie Leiter und Kontakt verbunden werden, entscheidet über Zuverlässigkeit, Vibrationsfestigkeit und Prüfbarkeit. Die drei wichtigsten Verfahren der Kabelkonfektion im Überblick.

Crimpen: kalt, schnell, prozesssicher
Beim Crimpen wird die Crimphülse eines Kontakts mit einem Werkzeug um den abisolierten Leiter gepresst. Leiter und Hülse verformen sich plastisch und bilden eine dichte, mechanisch feste Verbindung – ohne Wärme und ohne Zusatzwerkstoff. Ein zweiter Crimp umfasst meist die Isolation und dient als Zugentlastung.
Crimpen ist das Standardverfahren der Kabelkonfektion, weil es sich automatisieren und im Prozess überwachen lässt: Die Crimpkraftüberwachung vergleicht den Kraftverlauf jedes Crimps mit einer Referenz, die Crimphöhe wird gemessen. Voraussetzung sind der richtige Kontakt, das passende Werkzeug und ein zum Kontakt passender Leiterquerschnitt.
Löten: für Lötkontakte und Leiterplatten
Beim Löten verbindet flüssiges Lot Leiter und Kontakt. Das ist sinnvoll bei Lötkontakten, Leiterplatten und manchen Steckverbindern. Bei Litzen, die später Vibrationen ausgesetzt sind, ist Vorsicht geboten: Das Lot steigt in die Litze und bildet eine starre Stelle, an der die Litze bei Bewegung brechen kann. Verzinnte Leiterenden gehören deshalb in der Regel nicht in Crimpkontakte oder Schraubklemmen.
Löten verlangt Erfahrung, eine saubere Temperaturführung und bei elektronischen Bauteilen ESD-Schutz. Bei Powertune erfolgen Löt- und Verzinnarbeiten an ESD-geschützten Arbeitsplätzen.
Ultraschallschweißen: Knoten ohne Zusatzmaterial
Beim Ultraschallschweißen werden Litzen durch hochfrequente mechanische Schwingungen unter Druck miteinander verschweißt. Es entsteht eine stoffschlüssige, sehr kompakte Verbindung ohne Lot und ohne Hülse. Typische Anwendung ist der Splice: ein elektrischer Knoten, an dem mehrere Leitungen zusammenkommen – etwa für Masse- oder Versorgungsverteilungen im Kabelbaum.
Die Qualität hängt von den richtigen Parametern für den jeweiligen Querschnitt ab. Bei Powertune entstehen Ultraschall-Splices auf einer Schunk Minic III.
Welches Verfahren wofür?
- Crimpen: Standard für Kontakte in Steckverbindern, Kabelschuhe und Aderendhülsen – automatisierbar und prozessüberwacht.
- Löten: Lötkontakte, Leiterplatten und Sonderfälle – Litzen im Vibrationsbereich besser crimpen.
- Ultraschallschweißen: Splices und Knoten mehrerer Leitungen – kompakt und ohne Zusatzmaterial.
Welche Technik zu Ihrem Projekt passt, legen wir in der Auslegung fest – abhängig von Kontakt, Querschnitt, Umgebung und Stückzahl.


